Aktuelles

ARBEITSKREIS für EMPIRISCHE FORSCHUNG

zu GLAUBE, PSYCHOTHERAPIE und SEELSORGE 

Aktuelles

Erfolgreicher Start der

1. Forschungswerkstatt des aef

in Bad Liebenzell

 

Nach zwei größeren Veranstaltungen zum Religionspsychologischen Schwerpunkt „Empirische Forschung zu Christlicher Glaube, Seelsorge und Psychotherapie“ in Marburg (2020/21) war die Zeit reif geworden für ein neues Format. Der Werkstattcharakter sollte Raum für noch im Prozess befindliche Forschungsprojekte zum Thema bereitstellen, auch eine Plattform für Nachwuchswissenschaftler anbieten. Gespannt erwarteten wir die Resonanz auf unseren „Call for Papers“. Auch die unsichere Gesetzeslage bezüglich der Corona-Maßnahmen zum Herbst hin trug zu einer Ungewissheit bei: Kann die Forschungswerkstatt in Präsenz stattfinden? Rückblickend bleibt nur dankbar festzustellen, der mutige Einsatz für die Weiterentwicklung empirischer Forschung hat sich gelohnt! Die Internationale Hochschule Liebenzell (IHL) war ein sehr entgegenkommender Gastgeber, an dieser Stelle gebührt ausdrücklicher Dank!

Das von einzelnen Forscherinnen und Forschern gestaltete Programm erwies sich als recht abwechslungsreich und inspirierend. Dazu zählte eine interaktive Auseinandersetzung mit einer „radikalen Fallanalyse (qualitative Methode) einer individuellen Glaubenswelt“, vorgestellt von Prof. Stefan Huber in seinem Workshop. Von Jana Küchler bekamen wir am Folgetag dann einen Einblick in ihr Promotionsprojekt am Beispiel der „individuellen spirituellen Heilungserfahrung“ der betreffenden Auskunftsperson. Ergänzend stellte M. Ackert „individuelle Religiositätsstrukturen im Zeitverlauf“ vor; dabei handelte es sich um quantitative Darstellungen aus dem Forschungsprojekt „Religiöse/Spirituelle Wendepunkte“ des Instituts für Empirische Religionsforschung Uni Bern.

Die Themenreihe blieb bunt: Von einem Masterstudienprojekt „Seelsorge an psychisch Kranken und Seelsorgevernetzung“ bis zum Promotionsprojekt „Spiritueller (Macht) Missbrauch in evangelischen Kirchen und Freikirchen“ – von einem Forschungsvorhaben „Gottessymbolisierungen in der religiösen Entwicklung und dem kulturellen Kontext“ bis zur Studie „Sorge und Sinn in Zeiten schwindender Sicherheit – Textanalysen von V. Frankl und D. Bonhoeffer“. [1]

Der quasi ‚familiäre‘ Charakter der Forschungswerkstatt wurde von allen Projekt Protagonisten sehr geschätzt. Er bot eine willkommene Möglichkeit zu vertiefter, wohlwollender Diskussion und/oder konstruktivem Feedback, die eigene Studienarbeit zu reflektieren. Somit wurde die Vielfalt der empirischen Zugänge zu religiösen Glaubenswelten widergespiegelt. Übereinstimmendes positives Abschlussfeedback zur Forschungswerkstatt war der Wunsch nach einer Neuauflage dieses Formats und nach einer besseren Vernetzung.    

 

Save the date:

Nächste Tagung „Empirische Forschung zu Gnade und Vergebung in Psychotherapie und Seelsorge

im Oktober 2023!

 

Rainer Oberbillig, Dipl.-Psych.

Mitglied des AeF


[1] Name der Akteure: s. nachfolgendes Programm der 1. Forschungswerkstatt

Programm

1. Forschungswerkstatt

Empirische Forschung zu Glaube, Psychotherapie und Seelsorge

 

Samstag 15. Oktober 2022


Vorstellung von Projekten mit jeweils anschließender Diskussion Teil 1

  • Birthe Fritz (Uni Frankfurt): Seelsorge mit psychisch kranken Menschen und Vernetzung der Seelsorgenden mit der psychosozialen Gesundheitsversorgung der BRD
  • Lars Allolio-Näcke, Stefan Böhringer, Michael Fricke (FAU Erlangen-Nürnberg): Gottessymbolisierungen im Alters-, Geschlechter- und Kulturvergleich – eine qualitative Studie


Kaffeepause

 

  • Nele Plath (Uni Greifwald): Spiritueller Machtmissbrauch in evangelischen Kirchen und Freikirchen

 

Mittagessen und Pause


Vorstellung von Projekten mit jeweils anschließender Diskussion Teil 2

  • Dr. Markus Grottke, Prof. Dr. Andreas König (AKAD University Stuttgart): Sorge und Sinn in Zeiten schwindender Sicherheiten. Fallanalysen von Viktor Frankl und Dietrich Bonhoeffer und was sie uns für diese Zeit zu sagen haben
  • Michael Ackert (Universität Bern): Individuelle Religiositätsstrukturen im Zeitverlauf
  •  Jana Küchler (Universität Bern): Starke religiöse Erfahrungen in einer individuellen Glaubenswelt  
Forschungswerkstatt


Thema:

Das komplexe Begegnungsfeld von Religiosität/Spiritualität und Psychotherapie, Seelsorge sowie Beratung wird auch im deutschsprachigen Raum zunehmend empirisch erforscht. Ziel der Forschungswerkstatt ist es, empirische Forschungsprojekte und -methoden in diesem Themenfeld kennenzulernen und zu diskutieren. Diese Forschungswerkstatt möchte vor allem Nachwuchswissenschaftler:innen aber auch etablierten Forscher:innen die Möglichkeit zur Vernetzung und zum Austausch über eigene offene Forschungsfragen bieten.


Formalia und Fristen:

Abstracts können zwischen dem 15. Mai 2022 und dem 26. August 2022 über unser Tagungssekretariat eingereicht werden. Die Abstracts werden unter Berücksichtigung folgender Kriterien beurteilt: Relevanz in Hinblick auf das genannte Themenfeld sowie Qualität der  wissenschaftlichen Darstellung. Eine Rückmeldung über die Beitragsannahme ist bis 07. September 2022 vorgesehen.


Sprache:
Haupttagungssprache ist Deutsch; englischsprachige Beiträge sind herzlich willkommen.


Organisatorische Hinweise:
Die Forschungswerkstatt findet inmitten der schönen Naturlandschaft des Nordschwarz­waldes an der an der Internationalen Hochschule Liebenzell statt. Der Tagungsort Bad Liebenzell ist über Pforzheim mit der Bahn gut erreichbar. Sollte eine Präsenzveranstaltung nicht möglich sein, wird die Forschungswerkstatt digital stattfinden.

Beiträge sind am Vormittag im Zeitraum von 10.30 bis 13.00 Uhr (3 Beiträge) sowie am Nachmittag 14.15 bis 16.45 Uhr (2-3 Beiträge) vorgesehen.

 

Highlight !!! Am 14.10.2022 (15.00-18.00 Uhr) wird ein Pre-Workshop zum Thema „Radikale Fallanalysen - Einführung in eine qualitative Methode zu Rekonstruktion individueller Glaubenswelten" mit  Prof. Dr. Stefan Huber (Uni Bern) an der IHL Liebenzell stattfinden.


Anmeldung und –gebühr:
Die Anmeldung zur Forschungswerkstatt ist ab 15. Mai 2022 über das Sekretariat/Homepage möglich. Für den Pre-Workshop ist ebenfalls eine Anmeldung notwendig. Für beide Veranstaltungen wird jeweils (incl. Verpflegung) eine Gebühr von 40,-€ pro Teilnehmer (Studierende 20,-€) erhoben. 

Anmeldeschluss: 05.10.2022


Einzelbeitrag

Die wissenschaftlichen Vorträge bieten die Möglichkeit, eine eigene empirische Forschungsarbeit/-projekt im Detail vorzustellen. Dafür stehen jeweils 20 min für die Präsentation und anschließend 20 min für die Diskussion zur Verfügung.


Einreichung eines Einzelbeitrags:

Abstract bestehend aus

-  einem Titel

-  einer Zusammenfassung (max. 300 Wörter), enthaltend: eine Problem- bzw. Fragestellung

   oder eine Projektbeschreibung

-  bis zu 5 prägnante Schlagworte, die das Forschungsprojekt umreißen

-  Kurze Personenbeschreibung (max. 100 Wörter pro Person)